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Der Ort Bruckneudorf (früherer Ortsname: Királyhida) ist eine Gemeinde im Burgenland, die geographisch und historisch den über die burgenländische Grenze hinausgewachsenen Teil von Bruck an der Leitha verkörpert. Überregionale Bedeutung hat sie vor allem durch den Truppenübungsplatz Bruckneudorf (TÜPL BN) des österreichischen Bundesheeres. Weiters befindet sich in Bruckneudorf der Bahnhof, der als wichtige Station vor der Staatsgrenze zu Ungarn bzw. der Slowakei gilt und in dem praktisch alle internationalen Züge halten.
Die Gemeinde Bruckneudorf entstand erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Spuren menschlicher Besiedelung reichen auf diesem Gebiet jedoch bis in die Jungsteinzeit zurück. Es wurde 1851 am Abhang des Sappeberges eine der größten Anlagen in Pannonien, die Kaiservilla, ausgegraben. An die verschwundene Ortschaft auf den Heidewiesen erinnert die mittelalterliche Kirchenruine von Königsbrunn.
 
Die Entstehung des heutigen Bruckneudorfs steht in engem Zusammenhang mit der Errichtung des Bahnhofes 1846 und der Gründung des Militärlagers 1867. Die Stadtgemeinde Bruck/Leitha übte ursprünglich das ungarische Regalrecht in Bruckneudorf aus. Dieses Recht bestand darin, ausschließlich Gasthäuser und andere Geschäfte zu errichten. Die ungarische Gemeinde konnte nur dadurch gegründet werden, weil sich die Stadt Bruck dazu verpflichtete, eine Großgemeinde zu gründen und die Geldmittel dafür zur Verfügung zu stellen. Die ungarische Regierung siedelte aufgrund der Magyarisierungsbestrebungen Ende des 19. Jahrhunderts ungarische Eisenbahner und Postbedienstete an. Der Name Bruck Ujfalu wurde 1900 in Királyhida geändert.
 
In der 1885 errichteten dreiklassigen ungarischen Staatsvolksschule war die Unterrichtssprache, ausgenommen im Religionsunterricht, bis 1919 Ungarisch. Im Jahr 1914 wurden im Brucker Lager mehrere Baracken errichtet, da das Spitalgebäude nicht mehr genügte. Dort wurden während des Ersten Weltkrieges mehr als 2000 Verwundete und Kranke gepflegt.
 
Bis 1921 wurde der Name Kiralyhida beibehalten. Mit der Angliederung Westungarns an Österreich wurde der Name wieder in Bruckneudorf umgeändert. 1938 wurden die Bezirke Neusiedl/See und Bruck/Leitha vereinigt. So erfolgte am 1. April 1939 der Zusammenschluss von Bruck und Bruckneudorf. Bruckneudorf wurde erst 1950 eine eigene Gemeinde. Um eine selbständige Gemeinde aufzubauen, waren viele Sanierungsmaßnahmen und der Ausbau der Infrastruktur notwendig. Die Wirtschaftskraft wurde durch die Umwandlung der Fabrikanlage der Firma Phönix in einen Großmarkt und die Schaffung von Arbeitsplätzen gestärkt.